Die Entstehung der Antoniuskirche

Als die einzige in Favoriten bestehende Pfarre "St. Johann Evangelist" gegen 1890 bereits über 100.000 Seelen zählte, erschien es unumgänglich, eine zweite Pfarre in Favoriten zu errichten. Mit der Durchführung des Kirchenbaus wurde im Jahre 1894 der damalige Domprälat von St. Stephan, Karl Seidl, von Se. Eminenz Kardinal Anton Josef Gruscha, Fürsterzbischof von Wien, betraut.

Bereits am 10.November 1896 konnte im Beisein des Kaisers Franz Josef I. auf den sogenannten "Gasselseder'schen Gründen" die Grundsteinlegung zur Erbauung der neuen Pfarrkirche "St. Anton von Padua" erfolgen. Die Weihe des Grundsteins nahm Kardinal Fürsterzbischof Dr. Anton Josef Gruscha vor. Die Pläne für die Kirche waren von dem Architekten, k.u.k. Baurat Franz Ritter von Neumann erstellt worden, die Baumeisterarbeiten wurden durch den k.u.k. Hofbaumeister Josef Schmalzhofer ausgeführt. Der Kirchenbau dauerte volle fünf Jahre, am Neujahrstag 19o1 begann um 6 Uhr früh der regelmäßige Gottesdienst, Kanzel war noch keine vorhanden, ja nicht einmal ein Fußboden. Am 10. November wurde das Gotteshaus in frühester Morgenstunde durch drei Wiener Bischöfe, Dr. Johannes Schneider, Dr. Gottfried Marschall und Burgbischof Dr. Mayer, konsekriert. Kardinal Fürsterzbischof Dr. Anton Josef Gruscha brachte um 10 Uhr, in Gegenwart des Kaisers und des apostolischen Nuntius, sowie einer zahlreichen Volksmenge, das erste hl. Messopfer dar.

Beschreibung der Kirche

Die Kirche wurde in romanisch-byzantinischem Stil nach dem Muster des Markusdomes in Venedig erbaut, einzelne Teile erinnern an die Antonius-Grabkirche in Padua. Die Vierungskuppel ist bekrönt mit der Statue des Erlösers, welcher segnend seine Rechte über den Bezirk ausstreckt. Die beiden Haupttürme verleihen mit den vier kleineren Türmen dem Bau sein charakteristisches Gepräge. Im oberen Teil des zweigeschossigen Loggienbaues über dem Mittelportal befindet sich eine Statue des Kirchenpatrons. Der Hochaltar im Chor des Presbyteriums war aus verschiedenfarbigem, echtem Marmor hergestellt, die vier grauweißen Marmorsäulen trugen einen vergoldeten Baldachin aus Holz. In der Apsis waren drei kolossale Figuren angebracht. Der göttliche Heiland auf einem Thron, die Gottesmutter Maria, fürbittend die Hände faltend und auf der linken Seite der hl. Antonius mit der Lilie in der Hand. Für die innere, malerische Ausschmückung der Kirche wurde der Wiener Historienmaler Professor August Wörndle von Adelsfried beauftragt. In der ersten Flachkuppel nächst dem Eingang waren Szenen aus dem Alten Testament, in der zweiten Kuppel der Triumph Christi, in der dritten das Wirken des Hl. Geistes in der Kirche dargestellt. Auch die Bögen, welche die Kuppeln verbinden, waren reich geschmückt. Der erste Bogen (vom Haupteingang aus) enthielt vier Darstellungen aus der Jugend des Herrn: Geburt Christi, Anbetung der Heiligen Drei Könige, Flucht nach Ägypten und der Jesusknabe im Tempel. Der nächste Bogen zeigte Bilder aus der Lehrtätigkeit Christi: die Bergpredigt, die Taufe Jesu, die Auferweckung des Laza-rus und das Letzte Abendmahl. Im letzten Bogen (vorne): Christi Tod, Christus in der Vorhölle, Christi Auferstehung und Himmelfahrt. Die horizontalen Ornamentbänder, die den Abschluss der drei Apsiden nach unten bilden, waren von Rundbildern (Lünetten) unterbrochen; sie stellten Heilige dar. Hinter dem Hochaltar finden wir jene Heiligengestalten, die in besonderer Beziehung zu Wien und Österreich stehen: Hl. Clemens Maria Hofbauer, Hl. Petrus Canisius, Hl. Anna, Hl. Josef, Hl. Leopold, Hl. Severin und Hl. Johannes Capistran. In den Ornamentbändern des Herz-Jesu Altares und des Muttergottesaltars die Vierzehn Nothelfer. Interessant ist die malerische Versinnbildlichung der christlichen Tugenden, wie sie durch die allegorischen Figuren an den Außenwänden der Emporen versucht wurde. Die Bogenreihe im linken Seitenschiff war dem Leben der Gottesmutter gewidmet, während die Bogenreihe im rechten Seitenschiff die Lebensgeschichte des Hl. Antonius anschaulich machte.

Die Zerstörung der Antonskirche

Der 6. November 1944 war ein Schicksalstag für St. Anton: Bombenabwurf auf die Antonskirche. Brandbomben steckten den Dachstuhl der Kuppelbedeckung in Brand - die Christusstatue stürzte in ein Flammenmeer. Das hintere Längsschiff wurde zerschmettert, der Ostturm geköpft, der Teil mit dem Orgelchor zertrümmert. Die Verbindung zwischen dem Westturm und dem Eingang fiel in Schutt zusammen.

Am 11. Dezember 1944 wurde die Kirche neuerlich bombardiert. Bei diesem zweiten Bombenangriff wurden in der Kirche der nördliche Teil der großen Kuppel und die anschließende Flachkuppel zertrümmert. Das Innere, Hochaltar, Seitenaltäre und die Kanzel wurden vom Luftdruck schwerstens beschädigt. Die Fenster wurden herausgedrückt, das Innere über und über mit Schutt beladen und das Dach zerrissen. Nur die Grundmauern blieben unbeschädigt und mit ihnen die Heiligenmosaiken an den Außenwänden. Völlig vernichtet wurden der Antoniusaltar und die herrlichen, nach August Wörndle - Entwürfen gemalten Bilder.

Der Wiederaufbau

1946: Beginn der Arbeiten an der Kirche. Der Schutt wird unter Mithilfe der Bevölkerung weggeräumt, die Ziegel werden gereinigt. Kaplan Höbart besorgt aus seiner Heimat im Waldviertel das nötige Bauholz. 13.6.1947:Der vordere Teil der Kirche wird für den Gottesdienst freigegeben. Am 15.Juni erfolgt die feierliche Eröffnung der abgeteilten Antonskirche durch Erzbischof Dr. Kamprath. 1948: Fertigstellung der Kuppel; am 30.Oktober wird die durch den Kupferschmied Fritzwänger restaurierte vier Meter hohe Erlöserstatue auf die Kuppel aufgezogen. 1950: Die schöne, durch Bombenanschläge stark mitgenommene Statue der Unbefleckten Jungfrau (Pfortenmuttergottes), ein Werk von Prof. Alois Düll, wurde wiederhergestellt. Sie wird am 31.5.1950 von Kardinal Dr. Theodor Innitzer geweiht und über dem Kirchenportal aufgestellt. 1954-1958: Wiederherstellung des linken Glockenturmes, Formziegel und Verblender werden wieder eingesetzt, die teilweise zerstörten Mosaikbilder um die Kirche erneuert oder restauriert. 1959: Die Innenrenovierung wird fortgesetzt. Die drei Apsiden und die Kuppel sind vollständig eingerüstet. Die Flachkuppel in der Hauptapside steht vor der Vollendung, die Gewölbe über den beiden Emporen sind fertiggestellt. 1961: Der Hochaltar ist wieder mit einem Baldachin versehen, nicht wie früher in Holz gearbeitet, sondern in Istrianer Marmor. Ebenso sind die Baldachine der beiden Seitenaltäre in derselben Form und dem gleichen Material wie der Hochaltar hergestellt worden. Der Taufbrunnen steht gegenüber der Kanzel auf der Epistelseite. Die Herz-Jesu und Marienstatue, welche durch die Bomben schwer beschädigt wurden, restaurierte akad. Bildhauer Heinz Satzinger. 1965: Abschluss der Innenrenovierung der Kirche. 1981 wird das Presbyterium der Kirche umgestaltet und mit einem neuen, aus rotem ungarischem Marmor angefertigten Volksaltar versehen. Dieser wurde am 10.November 1981 durch Erzbischof Dr. Franz Jachym, unter der Assistenz von Pfarrer Josef Vollnhofer, geweiht.

Einige Maße der Antonskirche

Ein Rundgang um die Antonskirche

Der Mitteleingang in die Kirche (nordseitig gelegen) ist mit einem zweigeschossigen Loggienbau überdeckt, in dessen oberen Teil die Statue des hl. Antonius von Padua aufgestellt ist. Ein Werk des akademischen Bildhauers Heinz Satzinger (aufgestellt am 9.11.1958). Die Statue der Unbefleckten Jungfrau Maria, oberhalb des Haupteingangs schuf Prof. Alois Düll. Das Mosaikbild oberhalb des Hauptportals zeigt den hl. Erzengel Michael als "Schützer dieses Gotteshauses" und den in die Kirche weisenden hl. Schutzengel. Gespendet wurde dieses Mosaik im Jahre 1907 von den Großindustriellen des 10. Bezirks.

Mosaikbilder an der Nordseite: Links vom Portal: hl. Johanna Franziska, Frémiot von Chantal, hl. Bernhard von Clairvaux, hl. Evangelisten Matthäus und Markus. Rechts vom Portal: die hl. Evangelisten Lukas und Johannes, die Mariazeller Gnadenmutter, hl. Clemens Maria Hofbauer.

Mosaikbilder an der Westseite: hl. Theodor, hl. Aloisus von Gonzaga, hl. Franz von Assisi, Maria die Rosenkranzkönigin, hl. Agnes, hl. Adolf und hl. Vinzenz von Paul.

Mosaikbilder an der Südseite: hl. Elisabeth, hl. Therese von Avila, die hl. Familie, hl. Anna, Christus-Pantokrator, hl. Josef, hl .Gregor, hl. Maria Magdalena und hl. Leopold.

Mosaikbilder an der Ostseite: hl. Monika, hl. Cäcilia, hl. Clara von Assisi, die Schmerzhafte Muttergottes, hl. Karl, hl. Josefa und hl. Maria Magdalena von Pazzi.

Das Kircheninnere

Hochaltar: Der Baldachin besteht aus Istrianer Marmor. Für die Innendecke schuf der akademische Bildhauer Prof. Heinz Satzinger einen Frigolith-Schnitt. Dargestellt sind darauf die Symbole der hl. Eucharistie: die siebenfache Ähre, die Traube und der Fisch. Die Flachkuppel über dem Presbyerium ist durch 48 Stuckgurten aufgegliedert. Dadurch wird das indirekte Licht aus dem Kuppelabschnitt effektvoll auf das Presbyterium herab geleitet.

Den Altarraum schmücken zwei Fresken, deren theologische Grundidee von Erzbischof Koadjutor Dr. Franz Jachym stammt.

Das rechte Fresko wurde vom akademischen Maler Hanns Alexander Brunner im Jahre 1962 geschaffen. Es zeigt Szenen aus dem Alten Testament: die auf unsere Eucharistie hinweisen. Die Ernährung des Elias (der Rabe bringt dem Propheten Elias das Brot 1 Kg 17,4-6), die Ernährung des Volkes in Ägypten Kain und Abel, Abraham und Isaak, sowie das Manna in der Wüste.

Das linke Fresko wurde durch Rudolfine Seeber, akad. Restaurator, nach Entwürfen vom akad. Maler Hanns Alexander Brunner im Jahre 1981 fertiggestellt. Es zeigt Szenen aus dem Neuen Testament: Die Hochzeit zu Kanaa. Die wunderbare Brotvermehrung, die Emmaus-Jünger (Herr bleibe bei uns - am Brotbrechen wurde er erkannt), das Letzte Abendmahl (Übergang von Brot und Ähren zur Messfeier).

Das Apsismosaik In einem öffentlichen Wettbewerb für die Innenausschmückung der Kirche erhielt der akad. Maler Prof. Ernst Bauernfeind den Auftrag das Hochaltarbild zu schaffen. Das Thema wurde ihm von der Bauherrschaft scharf umrissen: Christus als Pantokrator in Verbindung mit dem Symbol des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Heiligen Geistes, Christus sitzt auf dem Thron, der getragen werden soll von den vier Evangelisten. Zur Rechten Maria als Mutter der Kirche und Gnadenvermittlerin, zur Linken der hl. Antonius, unser Kirchenpatron, in seiner Treue, Reinheit und Bereitschaft.

Es ist dies wohl eines der größten aus Naturstein angefertigten Mosaiken, das außerdem direkt verlegt, das heißt an Ort und Stelle Stein an Stein gefügt wurde. Diese Direktverlegung bringt eine besonders schöne Oberflächenwirkung des Steins zustande, da er durch keinerlei Verunreinigungen, die sich einsaugen (Leim usw.) verschmutzt wird.

Nun lassen wir den Künstler sprechen: "Aus dem Scheitel der Kuppel, aus der Wolke stößt die Hand Gott Vaters, aus ihr löst sich das Symbol des Heiligen Geistes, das die Verbindung zu Christus herstellt. Christus thront als Pantokrator, die Rechte segnend erhoben, zu Füßen den Erdkreis. Der Segensgestus der Rechten ist zugleich der Gestus des Bezeugens, des Schwures, der die Verbindungen mit dem aufgeschlagenen Buch, das die linke Hand hält, herstellt. Die Hand Gottes antwortet mit der gleichen Geste. Gleichzeitig ist in der segnenden Hand deutlich das Wundmal sichtbar. Das Königtum Christi ist keine irdische Herrschaft, es ist das Königtum vom Kreuze her. Der Thron wird gehalten von den vier Wesen, die immer wieder die Majestas domini begleiten, Sinnbild auch der vier Evangelisten, aber in der älteren Auffassung, wie sie auch Lothar Schreyer kommentiert, Sinnbilder die auf vier Wesenszüge Christi hindeuten: Der Löwe auf sein Königtum, der Stier auf den Opfer- und Priesterberuf, das Menschenantlitz auf die Menschwerdung und der auffliegende Adler auf die allbereite und allgegenwärtige Gnade Gottes, deren sichtbarer Beweis die Sendung Christi ist. Gleichzeitig symbolisiert der Adler auch die Ausbreitung der Lehre Christi über alle Welt. Leise klingt auch in der Darstellung des Kyrios das apokalyptische Motiv auf, sowohl in Haltung und Gebärde, als auch in der tropfenartigen Form der Mandorla.

Zur Rechten Christi die Mutter Gottes als Immakulata (auf der Mondsichel), als Mutter und zugleich als Mutter Kirche. Hinter ihr die symbolische Kirche, vor der sie als Schützerin steht, die Arme in der Oratenstellung gebreitet, als Fürbitterin, die linke Hand zugleich auf Christus hinweisend, die Rechte auch etwas tiefer vermittelnd zur Menschheit. Sie schlägt die Brücke (aus dem Symbol der Kirche zu Christus weisend) zu Jesus.

Der Hintergrund, nicht nur Spiel mit Formen und Farben, versinnbildet in seiner Strenge, in die die Figuren eingespannt und verbunden sind, ihren Platz im Heilsplane Gottes. Der Nymbus, der Maria umgibt, leitet und weist direkt zum Herzen Christi, Maria, hervorgehoben und begnadet aus der ganzen Menschheit, hat die innige Verbindung mit Christus."

St. Antonius, der heilige Mensch, zur linken Christi ist von ihm durch den Schatten der Erbschuld getrennt. In diesem Schatten, an der Grenze zwischen göttlicher und irdischer Sphäre korrespondieren sie in dem Symbol der Lilie. Von der Seite Gottes wird die Verbindung hergestellt durch die Gnade, der Mensch kann sie herstellen durch die Bereitschaft für sie und durch sein Tun, das Darbringen der Liebe, Reinheit und Treue. Die zweite Hand des hl. Antonius liegt auf dem Herzen.

Der heilige Antonius hatte auch ein besonders inniges Verhältnis zur Natur, die Vögel zu seinen Füßen, der Baum hinter ihm, versinnbilden die Schöpfung, die er Christus nahe bringt.

Der Bodenbelag ist noch original aus der Erbauungszeit erhalten, er stammt aus dem Jahre 1901. Er wurde mit Mettlacherplatten hergestellt, jedoch nicht mit den sonst üblichen ornamentalen Zeichnungen, sondern in der Art der Marmormosaikböden italienischer Bauwerke.

Im Altarraum befindet sich die aus Holz geschnitzte Marienstatue "Unserer Lieben Frau von Lourdes". Sie wurde im Jahre 1901 von "mehreren Wohltätern" gespendet. Sie wurde von den akad. Bildhauer Franz Barwig und Josef Parschalk angefertigt.

Dominierend hebt sich der Volksaltar hervor.- Im Jahre 1981 (anlässlich des achtzigjährigen Pfarrjubiläums) wurde der jetzige Altarraum errichtet. Der Volksaltar wurde von der Fa. Heinz Ecker's Wtw., Steinmetzmeister, 11.,Simmeringer Hauptstraße 351, aus rotem ungarischen Marmor angefertigt. Am 10. November 1981, assistiert von Pfarrer Josef Vollnhofer, wurde der Volksaltar von Erzbischof Dr. Franz Jachym geweiht.

Luster Nachdem der große Luster nach der Reinigung am 4.6.1981 hochgezogen wurde, riss das Seil, der Luster stürzte ab und zerschellte. Nicht auszudenken, wenn dieses Unglück am 7.6.1981 (Pfingstsonntag) geschehen wäre, als Kardinal Dr. Franz König die Firmung spendete. Die Metallwerkstätte Walter Schulz, 5., Jahngasse 40 bekam den Auftrag, den Luster zu restaurieren und die Fa. Rudolf Ramswallner, 18., Kreuzgasse 89 führte die Elektroarbeiten durch. Die Kosten der Restaurierung betrugen ca. S 120.000.- Nach sieben Jahren erstrahlte der Luster in der Osternacht am 2. April 1988 in neuem Glanz.

Im rechten Seitenschiff befindet sich der Antoniusaltar. Der Baldachin des Altares ist ebenfalls, wie der des Hochaltars, aus Istrianer Marmor. Im Mittelpunkt des Altares befindet sich die Antoniusstatue, welche aus dem Jahre 1901 stammt und ein Werk des Holzschnitzers Ferdinand Stuflesser aus Sankt Ulrich im Grödnertal (Südtirol) ist.

Das linke Seitenschiff beherbergt den Marienaltar. Die Pieta ist wohl eine der größten Kostbarkeiten der Kirche. Das wunderbare barocke Kunstwerk, es stammt aus der Zeit 1680 - 1730, stellt die Schmerzhafte Muttergottes dar. Sie stammt aus der Kapelle des ehemaligen alten Schmelzer Friedhofs und wurde nach dem Krieg einer sorgfältigen Restaurierung unterzogen.

Gleich beim Marienaltar befindet sich der Eingang in die sogenannte "Lourdeskapelle". Sie diente in der Gründerzeit als Tauf- und Trauungskapelle. In der Kapelle befindet sich noch die original Holzdecke aus der Erbauungszeit. Die Decke ist kassettiert mit reich vergoldeten Rosetten. Weiters sind in der Kapelle noch die einzigen original erhaltenen Malereien aus dem Jahre 1901 zu finden. An der rechten Wand findet man folgende Medaillonsbilder: 1. Der hl. Franz Xaver, einen Heiden taufend 2. Der hl. Bonaventura 3. Der hl. Georg, den besiegten Drachen zu seinen Füßen. Oberhalb der Eingangstüre ist das vom akad. Maler Josef Dragan ausgeführtes Bildnis der hl. Familie von Nazareth zu sehen.

Verlassen wir die Lourdeskapelle und gehen Richtung Ausgang, so befindet sich rechter Hand der Altar des hl. Josef. Die Holzstatue stammt, wie die des hl. Antonius, aus dem Jahre 1901 und ist ebenfalls ein Werk des berühmten Grödner Holzschnitzers Ferdinand Stuflesser.

Gehen wir einige Schritte weiter, so sehen wir die aus dem 18.Jhdt. stammende Barockstatue des hl. Johannes von Nepomuk. Sie stammt, so wie die Pieta, aus der Kapelle des Schmelzer Friedhofs. Gleich gegenüber sehen wir die Statue des hl. Judas Thaddäus, welcher im Jahre 1901 von Frau Pröll gespendet wurde.

Begeben wir uns auf die andere Seite, so fällt uns die schöne holzgeschnitzte Statue der hl. Mutter Anna auf. Diese wurde von Frau Josefa Schwab gespendet und am 13.April 1902 vom damaligen Pfarrer Matthias Eisterer geweiht. Sie diente dem damaligen "Verein der christlichen Mütter" zur Verehrung. Gegenüber der hl. Anna hängt das Missionskreuz und ein paar Schritte weiter kommen wir zum Altar der hl.Theresia von Lisieux. Gehen wir weiter Richtung Sakristei, dann sehen wir den sehr schön restaurierten Taufbrunnen, welcher früher in der Tauf und Trauungskapelle (heutige Lourdeskapelle / Werktagskapelle) stand. Im Jahre 1961 hat er hier seinen Platz erhalten.

Gegenüber dem Taufbecken befindet sich die Kanzel. Die Bronzebilder sind ein Werk des akad. Bildhauers Heinz Satzinger , sie wurden von der Glockengießerei Dipl.Ing. Josef Pfundner, Wien 10., im Jahre 1963 gegossen.

Die Kanzel soll in fünf Bildern Wesenspunke aus dem Prolog des Johannesevangeliums darstellen, der bereits das Hauptthema dieses Evangeliums vorwegnimmt: die Offenbarung Gott Vaters durch das fleischgewordene Wort, durch Jesus Christus.

Im Mittelfeld wird zusammengefasst, was in den einzelnen Bildern nochmals aufgelöst und detailliert behandelt wird: Christus, der vom Vater gesandte, der vom Heiligen Geiste geleitete, Christus, der am Kreuz gestorbene und wieder auferstandene, verweist die Menschen auf die geoffenbarten Gesetze. Er schenkt sich ihnen selbst als Licht und als Leben. Siehe dazu: Er war das wahre Licht das jeden erleuchtet, der in die Welt kommt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch Ihn geworden, und doch erkannte die Welt Ihn nicht. In Sein Eigentum kam Er, und doch nahmen Ihn die Seinigen nicht auf. So viele aber Ihn aufnahmen, denen gab er Vollmacht, Kinder Gottes zu werden (Joh.1, 9-12)

In dem Mittelfeld links zugeordneten Bild erstrahlt das Auge des Allmächtigen Gottes, den niemals jemand gesehen hat, von dem jedoch der eingeborene Sohn Kunde bringt (Joh.1, 8). Von ihm werden vier Sterne überstrahlt, die gleichzeitig die Schöpfung, aber auch die vier Evangelisten symbolisieren. Im Bild zur rechten Seite des Mittelfeldes blüht der von Christus eingesetzte Baum, das Leben durch Ihn. Dieser Baum trägt sieben Blätter, die sieben Sakramente, die wahren Nahrung der katholischen Christenheit. Heißt es doch im Prolog: Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen und zwar Gnade um Gnade (Joh.1, 6). Die beiden Randfelder verweisen einerseits (linkes äußeres Feld) auf die von Moses einst empfangenen Gebote, die mit Hilfe des fünfteiligen Pfades, der die Kirchengesetze symbolisiert, auf den rechten Weg, Christus, führen und andererseits auf das Tor (rechtes äußeres Feld), durch das Christus uns (durch Sich) zum Vater führt, in dem er zu den Menschen als einer der ihren herabstieg und zum Mittler wurde, denn: Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir schauten Seine Herrlichkeit, die des Eingeborenen vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. (Joh.1 14) [Heinz Satzinger, Kairo, im Dezember 1963]